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Fast 20 Jahrhunderte sind seit damals vergangen, aber der Geist von Cäsar
lebt in einigen unserer aristokratischen Katzen weiter, die noch heute
die Tempel mit Macht und Würde beherrschen.
De 'gattare'
Im
Jahr 1929 begannen die Ausgrabungen im geheiligten Bezirk des Torre Argentinas.
Dies war auch das Jahr in dem hier die Geschichte der Katzen begann. Streunende
und ausgesetzte Katzen zogen sich zurück in die abgesperrten Bereich
unter dem heutigen Straßenniveau. Von 1929 bis 1993 wurden die Katzen
mehr oder weniger regelmäßig von Katzenfrauen oder Gattare,
wie sie liebevoll von den Römern genannt wurden, gefüttert.
Filmstar
Eine der berühmtesten dieser Katzeliebhaberinnen (die Bezeichnung,
die wir bevorzugen), war der große italienische Filmstar Anna Magnani.
Als Sie am Teatro Argentinien gastierte, das direkt an die Ruinen des
Torre Argentinas grenzt, nutze Ms. Magnani Ihre Pausen dazu Ihre 4-füßigen
Katzenfreunde zu füttern. Diese berühmte Filmlegende verstarb
in den sechziger Jahren
Silvia
Vivianis Geschichte
Lia, meine Partnerin und ich begannen 1994
für die Katzen zu arbeiten als wir eine Katzenliebhaberin unterstützen
die sich damals völlig alleine um die Katzen bemühte. Das Füttern,
Kastrieren, Sterilisieren und die gesundheitliche Versorgung der vielen
Katzen brachte diese großzügige Frau an den Rand des ökonomischen
und emotionalen Zusammenbruchs. Lia und ich fanden schnell heraus, dass
es da viel mehr zu tun gab als uns drei Frauen überhaupt möglich
war. In diesem Jahr umfasste unsere Katzenkolonie 90 Tiere und wurde schnell
größer, da unverantwortliche Leute viele Katzen und Kätzchen
während der Sommerferien einfach aussetzten.
Das Katzenheim im Untergrund
Unsere Arbeitsbedingungen waren, um es vorsichtig
auszudrücken, primitiv. Eine Art Stollen unter der Straße wurde
von der Stadtverwaltung von Rom zwar nicht ganz freiwillig aber zugänglich
gemacht. Die zur Verfügung gestellte Fläche war ungefähr
100 m∑ groß und wir verwendeten sie zuerst als Vorratsraum
für Katzenfutter und dazu, dass die Katzen über Nacht eine Zuflucht
hatten. Ich kann gar nicht sagen wie schwierig und frustrierend unsere
Aufgabe war. Wir sorgten für mehr als 90 Katzen an einem düsteren,
feuchten, unterirdischen Ort, wo es an vielen Stellen zu niedrig war um
aufrecht zu stehen, und das Alles ohne Strom und Wasser. Dieser Zustand
blieb so für mehr als anderthalb Jahre in denen wir auf eine Verbesserung
und Lösung unserer Probleme hofften.
A.I.S.P.A.
Unsere Gebete wurden 1995 erhört als unsere
Erlöserin, eine Engländerin mit Namen Molga Salvalaggio erschien.
Sie erzählte uns von den unglaublichen Leistungen von einigen englischen
Tierschutzorganisationen und stellte uns einen Kontakt zur A.I.S.P.A.
(Anglo-Italian Society for the Protection of Animals) her. A.I.S.P.A.
war die erste Organisation die uns sowohl materiell als auch moralisch
unterstütze. Zusätzlich erhielten wir englisch-sprachige Unterlagen
über Katzenprobleme und deren Lösungen. Wir studierten diese
unbezahlbar wichtigen Informationen und begannen langsam die englischen
Modelle zu kopieren.
Vereinte
Nationen der Katzen
Die erste Aufgabe war die dringendst
benötigten Gelder zu beschaffen. Unsere primitive Unterkunft hat
den großen Vorteil, dass es eine Touristenattraktion wegen der geschichtlichen
und ärchaologischen Bedeutung der Ruinen ist. Wir begannen Touristen
anzusprechen, die anscheinend mehr an den Katzen interessiert waren als
an den Ruinen. Und es funktionierte. Nicht nur, daß wir dringend
benötigtes Geld erhielten wir erreichten auch dass sich einige Freiwillige
als ehrenamtliche Helfer verpflichteten, meistens Frauen aus aller Herren
Länder: Italien, Frankreich, Deutschland, Amerika, England, Brasilien
und Holland. Wir wurden eine Art UN, also Vereinte Nationen für die
Katzen. Um weiteres Geld zu sammeln, veranstalteten wir Wohltätigkeitsessen,
-Basare, Versteigerungen und Flohmärkte.
Im September 1998, US Navy Captain John Henriksen und seine Gattin Cheryl
ermöglichten in ihrem Heim einen Wohltätigkeitsabend für
120 Gäste mit Abendessen, Lotterie und Versteigerung. Die Vorsitzende
des dafür verantwortlichen Organisationskomitees war Alexandra Richardson,
Gattin des englischen Botschafters die sich trotz ihres mehr als übervollen
Zeitplans die Zeit nahm uns zu helfen. Unser Katzen betraten erstmals
internationales diplomatisches Parkett!
Neue
Hoffnung
Mit den neuen Einkünften waren wir erstmals
in der Lage qualitativ hochwertiges Futter zu verwenden. Kätzchen
und kranke Katzen erhielten eine spezielle Diät. Gesunde Katzen erhielten
weniger teures aber qualitativ hochwertiges Futter. Dieser positive Umstand
motivierte uns professioneller zu arbeiten und unsere täglichen Arbeiten
im Ablauf zu organisieren. Nachdem die Torre Argentina Katzen mit Futter
und den nötigen Medikamenten versorgt und kastriert waren, begannen
wir unsere finanziellen Mitteln mit den ärmeren Asyls in Rom zu teilen.
Dabei hatte die Kastration und Sterilisation höchste Priorität.
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